Sind Wildschweine gefährlich?

Wildschweine sind eigentlich nicht gefährlich. Normalerweise laufen sie weg, wenn sie den Menschen bemerken. Die Leitbache gibt einen Warnton ab, der sich irgendwie nach einem tiefen “Wuff”, oder “Wuffwuff” anhört und dann sind die Wildschweine meist schon weg, bevor man sie überhaupt richtig bemerkt hat. Dank ihres sehr guten Gehörs und ihres feinen Geruchssinns, haben sie uns schon längst bemerkt, bevor wir sie überhaupt gesehen haben.

Wildschweine sind sehr flink und können bis zu 50 Kilometer pro Stunde laufen. Das ist ungefähr so schnell, wie ein Auto in der Stadt fahren darf.

Familie Wutz auf der Flucht – Wildschweine bemerken uns viel früher als wir sie.
Dann hauen sie meist direkt ab, bevor wir sie überhaupt richtig bemerken.

Angst muß man also keine haben, aber trotzdem sollte man vorsichtig sein. Wildschweine hocken nicht im Gebüsch und lauern Spaziergängern auf. Aber sie mögen es gar nicht, wenn man auf sie zurennt, oder gar hinter ihnen herläuft. Auch werden sie sauer, wenn man versucht, sie in die Enge zu treiben. Aber gerade wenn Wildschweine in Dörfer und Städte kommen, kann das leicht passieren. Auch sind sie hier an den Menschen gewöhnt und laufen nicht so schnell weg, so dass es schnell zu einer ernsten Situation kommen kann.

Was aber soll man tun, wenn auf einmal zum Beispiel die Wildschweine auf dem Spielplatz auftauchen, oder auf dem Schulweg plötzlich vor einem stehen?
Auf jeden Fall sollte man sich ruhig verhalten, denn das gibt den Wildschweinen das Gefühl, dass alles ok ist. Die Wildschweine sollten auch den Rücken frei haben. Das bedeutet, dass sie in die andere Richtung abhauen können, wenn sie es für nötig halten. Das gibt ihnen ein Gefühl der Sicherheit.

Man kann auch ruhig und leise mit ihnen reden. Daran erkennen sie, dass keine Bedrohung für sie besteht.
Wegrennen, lautes Schreien und hektisches Verhalten sollte man vermeiden, denn das könnten die Wildschweine falsch verstehen und sie denken lassen, dass man ihnen etwas Böses möchte.
Am besten geht man langsam in die entgegengesetzte Richtung, also von den Wildschweinen weg, auch wenn das einen Umweg bedeutet.
Wenn ein Wildschwein sich bedroht fühlt, kann es ganz schön sauer werden! 

Auf keinen Fall sollte man versuchen, die Wildschweine anzufassen oder zu streicheln.
Besonders wenn die süßen Frischlinge dabei sind, kann Frau Wutz das falsch verstehen und sehr ungehalten werden. Frau Wutz wird auf jeden Fall mit allen Mitteln ihre Frischlinge verteidigen.
Kommt man zu nahe, wird man meistens erst einmal verwarnt. Die Bache schnaubt dann, was soviel bedeutet wie “hau ab, du bist nah genug!”.

Beachtet man die Warnung nicht, kann es mächtig Ärger geben! 

Ein Wildschwein ist ein richtiges Muskelpaket, mit dem man sich auf keinen Fall anlegen sollte. Ein ausgewachsenes Wildschwein hat kein Problem, einen erwachsen Menschen umzuwerfen. Auch sind Bisse von Wildschweinen sehr unangenehm. Das gibt mindestens schlimme, blaue Flecken, aber auch ein gebrochener Arm kann die Folge sein, denn Wildschweine können ganz schön fest zupacken, da sie sehr kräftige Kiefer haben.

Ein Streit mit Herrn Wutz, also einem Keiler, kann zudem noch schlimme Schnittwunden mit sich bringen, da dieser seine Hauer benutzen wird.

Wildschweine sind aber trotzdem keine streitsüchtige Schweinebande. Sie setzen sich nur zur Wehr, wenn man sie bedroht und beschützen ihren Nachwuchs.

Durch ein Loch im Zaun kam Mama Wutz mit den Frischlingen
auf einem Spielplatz – jetzt muss man sich ruhig verhalten
und langsam von den Wildschweinen weggehen!

Die Hochzeit der Wildschweine

Wenn im Herbst die ersten Blätter fallen, beginnt für die Wildschweine eine ganz besondere Zeit. Das ist die so genannte Rauschzeit, die Hochzeit der Wildschweine. Diese findet jedes Jahr aufs Neue statt. 

Frau Wutz, die Leitbache ihrer Rotte, bestimmt, wann in ihrer Rotte Hochzeit gefeiert wird. Die Bachen werden nun rauschig. Herr Wutz und auch die anderen Keiler leben ja das ganze Jahr über alleine als Einzelgänger. Durch bestimmte Duftstoffe wittern die Keiler jetzt, dass die Wildschweindamen nun bereit sind, Hochzeit zu feiern.
Natürlich wittert das nicht nur ein Keiler, sondern viele. So kommt es unter den Keilern zu Rangeleien, Schubsereien und nicht selten verletzt einer den anderen mit seinen Hauern. Das sind aber keine schlimmen Verletzungen, sondern nur leichte Schnitte, die schnell verheilen. 

Oftmals genügt es aber für den Stärkeren, sich in voller Breitseite hinzustellen, den Kamm hochzustellen und zu zeigen, dass er einfach der Größte ist. Der Schwächere zieht sich in geduckter Haltung zurück und gibt lautstark zu verstehen, dass er verstanden hat und kein Interesse an einer Keilerei hat. Vielleicht versucht er sein Glück nun bei der nächsten Rotte.

Der Gewinner hat nun sozusagen die ganze Rotte auf einen Schlag geheiratet und bleibt nun ca. 1 – 2 Wochen in ihrer Nähe, bis er sich wieder in den Wald zurückzieht.
Wildschweine sind übrigens nicht treu. Es wird nicht jedes Jahr der gleiche Keiler zur gleichen Rotte finden, sondern vielleicht auch mal ein anderer. Auch kann es sein, dass der Gewinner sich nicht lange nach der Hochzeit auf zur nächsten Rotte macht, um dort erneut sein Glück zu versuchen.

Die Folge und der Sinn der Hochzeit sind natürlich Frischlinge, welche die Art der Wildschweine erhalten sollen. Diese werden rund 114 Tagen nach der Wildschweinhochzeit geboren. Man kann sich für die so genannte Tragezeit, also die Zeit von der Hochzeit bis zur Geburt der Frischlinge, die Eselsbrücke 3 + 3 + 3 merken – 3 Monate, 3 Wochen, und 3 Tage.

…einer wird gewinnen…

…Herr Wutz ist der Stärkere
und somit der Gewinner –
Herr Schwarzkittel ist leider der diesjährige Verlierer…

……den Bachen ist es eigentlich egal wer gewinnt!

 

Schlusswort


Wer aufmerksam gelesen hat, wird jetzt einiges über Wildschweine wissen.
Wichtig ist, dass man wissen sollte, dass die Wildschweine keine tobsüchtige Schweinebande aus dem Walde ist, sondern dass sie eigentlich sehr liebenswerte Tiere sind, denen man Verständnis, Respekt und genügend Lebensraum anbieten sollte.
 

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