Die Hochzeit der Wildschweine

Wenn im Herbst die ersten Blätter fallen, beginnt für die Wildschweine eine ganz besondere Zeit. Das ist die so genannte Rauschzeit, die Hochzeit der Wildschweine. Diese findet jedes Jahr aufs Neue statt. 

Frau Wutz, die Leitbache ihrer Rotte, bestimmt, wann in ihrer Rotte Hochzeit gefeiert wird. Die Bachen werden nun rauschig. Herr Wutz und auch die anderen Keiler leben ja das ganze Jahr über alleine als Einzelgänger. Durch bestimmte Duftstoffe wittern die Keiler jetzt, dass die Wildschweindamen nun bereit sind, Hochzeit zu feiern.
Natürlich wittert das nicht nur ein Keiler, sondern viele. So kommt es unter den Keilern zu Rangeleien, Schubsereien und nicht selten verletzt einer den anderen mit seinen Hauern. Das sind aber keine schlimmen Verletzungen, sondern nur leichte Schnitte, die schnell verheilen. 

Oftmals genügt es aber für den Stärkeren, sich in voller Breitseite hinzustellen, den Kamm hochzustellen und zu zeigen, dass er einfach der Größte ist. Der Schwächere zieht sich in geduckter Haltung zurück und gibt lautstark zu verstehen, dass er verstanden hat und kein Interesse an einer Keilerei hat. Vielleicht versucht er sein Glück nun bei der nächsten Rotte.

Der Gewinner hat nun sozusagen die ganze Rotte auf einen Schlag geheiratet und bleibt nun ca. 1 – 2 Wochen in ihrer Nähe, bis er sich wieder in den Wald zurückzieht.
Wildschweine sind übrigens nicht treu. Es wird nicht jedes Jahr der gleiche Keiler zur gleichen Rotte finden, sondern vielleicht auch mal ein anderer. Auch kann es sein, dass der Gewinner sich nicht lange nach der Hochzeit auf zur nächsten Rotte macht, um dort erneut sein Glück zu versuchen.

Die Folge und der Sinn der Hochzeit sind natürlich Frischlinge, welche die Art der Wildschweine erhalten sollen. Diese werden rund 114 Tagen nach der Wildschweinhochzeit geboren. Man kann sich für die so genannte Tragezeit, also die Zeit von der Hochzeit bis zur Geburt der Frischlinge, die Eselsbrücke 3 + 3 + 3 merken – 3 Monate, 3 Wochen, und 3 Tage.

…einer wird gewinnen…

…Herr Wutz ist der Stärkere
und somit der Gewinner –
Herr Schwarzkittel ist leider der diesjährige Verlierer…

……den Bachen ist es eigentlich egal wer gewinnt!

 

Schlusswort


Wer aufmerksam gelesen hat, wird jetzt einiges über Wildschweine wissen.
Wichtig ist, dass man wissen sollte, dass die Wildschweine keine tobsüchtige Schweinebande aus dem Walde ist, sondern dass sie eigentlich sehr liebenswerte Tiere sind, denen man Verständnis, Respekt und genügend Lebensraum anbieten sollte.
 

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